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BESUCH DER RÖMISCHEN PFARREI 
»SANTA MARIA MADRE DEL REDENTORE A TOR BELLA MONACA«

PREDIGT VON PAPST FRANZISKUS

3. Sonntag im Jahreskreis, 8. März 2015

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In diesem Abschnitt aus dem Evangelium, den wir gehört haben, gibt es zwei Dinge, die mich beeindrucken: ein Bild und ein Wort. Das Bild ist das Bild Jesu mit der Geißel in der Hand, der alle hinaustreibt, die den Tempel ausnutzten, um Geschäfte zu machen. Diese Geschäftemacher, die die Tiere für die Opfer verkauften, Münzen wechselten… Da war das Heilige – der heilige Tempel – und dieser Schmutz, raus damit. Das ist das Bild. Und Jesus nimmt die Geißel und geht voran, um den Tempel ein wenig zu reinigen.

Und der Satz, das Wort, ist jene Stelle, an der steht, dass viele zum Glauben an ihn kamen, ein schrecklicher Satz: »Jesus aber vertraute sich ihnen nicht an, denn er kannte sie alle und brauchte von keinem ein Zeugnis über den Menschen; denn er wusste, was im Menschen ist« (Joh 2,24-25). Wir können Jesus nicht täuschen: er kennt unser Inneres. Er vertraute sich ihnen nicht an. Er, Jesus, vertraute ihnen nicht. Und das kann in der Mitte der Fastenzeit eine gute Frage sein: Kann Jesus mir vertrauen? Kann Jesus mir vertrauen oder habe ich zwei Gesichter? Ich spiele den Katholiken, einen, der der Kirche nahe ist, und dann lebe ich wie ein Heide? »Aber Jesus weiß das nicht, niemand wird hingehen und es ihm erzählen. « Er weiß es. »Er brauchte von keinem ein Zeugnis, denn er wusste, was im Menschen ist.«

Jesus kennt all das, was in unserem Herzen ist: wir können Jesus nicht täuschen. Wir können vor ihm nicht so tun, als wären wir heilig, und die Augen verschließen, so tun, und dann ein Leben führen, das nicht das ist, was er will. Und er weiß das. Und wir alle wissen, welchen Namen Jesus denen mit zwei Gesichtern gab: Heuchler. Es wird heute gut für uns sein, in unser Herz hinabzusteigen und Jesus anzublicken. Ihm sagen: »Herr, sieh, es gibt gute Dinge, aber auch Dinge, die nicht so gut sind. Jesus, vertraust du mir? Ich bin ein Sünder…« Das erschreckt Jesus nicht. Wenn du zu ihm sagst: »Ich bin ein Sünder «, dann erschrickt er nicht. Das was ihn fernhält, das sind die zwei Gesichter: nach außen gerecht erscheinen, um die versteckte Sünde zu verbergen. »Aber ich gehe in die Kirche, jeden Sonntag, und ich…« Ja, wir können das alles sagen.

Aber wenn dein Herz nicht gerecht ist, wenn du nicht Gerechtigkeit übst, wenn du die, die Liebe brauchen, nicht liebst, wenn du nicht dem Geist der Seligpreisungen entsprechend lebst, dann bist du nicht katholisch. Du bist ein Heuchler. Erstens: Kann Jesus mir vertrauen? Fragen wir ihn im Gebet: Herr, vertraust du mir? Zweitens: die Geste. Wenn wir in unser Herz hinabsteigen, dann finden wir dort Dinge, die nicht in Ordnung sind, die nicht gut sind, wie Jesus im Tempel diesen Schmutz des Geschäftes, der Geschäftemacher vorgefunden hat. Auch in uns gibt es Schmutz, da sind die Sünden des Egoismus, des Hochmuts, des Stolzes, der Gier, des Neides, der Eifersucht… so viele Sünden! Wir können auch den Dialog mit Jesus fortsetzen. »Jesus, vertraust du mir? Ich will, dass du mir vertraust.

Ich öffne dir die Tür, und du, reinige meine Seele!« Und den Herrn bitten, dass er kommt, um die Seele zu reinigen, wie er hingegangen ist und den Tempel gereinigt hat. Und wir stellen uns vor, dass er mit einer Geißel aus Stricken kommt… Nein, er reinigt die Seele nicht damit! Wisst ihr, was die Geißel Jesu ist, um unsere Seele zu reinigen? Die Barmherzigkeit. Öffnet das Herz für die Barmherzigkeit Jesu! Sagt: »Jesus, sieh, wie viel Schmutz! Komm, reinige! Reinige mit deiner Barmherzigkeit, mit deinen sanften Worten! Reinige mit deinen Liebkosungen!« Und wenn wir unser Herz der Barmherzigkeit Jesu öffnen, damit er unser Herz, unsere Seele reinigt, dann wird Jesus uns vertrauen.

 



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