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ERSTER INTERNATIONALER TAG DER GESCHWISTERLICHKEIT ALLER MENSCHEN

VIDEOBOTSCHAFT VON PAPST FRANZISKUS

Donnerstag, 4. Februar 2021

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Schwestern und Brüder. Das ist das Wort: Schwestern und Brüder. Die Geschwisterlichkeit bekennen.

Insbesondere Ihnen, mein Bruder, mein Gefährte in den Herausforderungen und Risiken im Einsatz für die Geschwisterlichkeit, Großimam Ahmed Al-Tayyeb, danke ich für die Begleitung auf dem Weg des Nachdenkens und der Abfassung des Dokuments, das vor zwei Jahren vorgestellt wurde. Ihr Zeugnis hat mir sehr geholfen, weil es ein mutiges Zeugnis war. Ich weiß, dass es keine leichte Aufgabe war. Aber wir konnten es mit Ihnen gemeinsam tun und uns gegenseitig helfen. Das Schönste ist, dass sich dieser erste Wunsch nach Geschwisterlichkeit in wahrer Geschwisterlichkeit gefestigt hat. Danke, Bruder, danke!

Ich möchte auch Seiner Hoheit, Scheich Mohammed bin Zayed, danken für all die Anstrengungen, die er unternommen hat, damit man auf diesem Weg vorangehen kann. Er hat an das Projekt geglaubt. Er hat daran geglaubt.

Und ich denke, es ist auch richtig, dem – gestatten Sie mir das Wort, Herr Richter – »enfant terrible« dieses ganzen Projekts zu danken, Richter Abdel Salam, dem Freund, unermüdlichen Arbeiter voller Ideen, der uns geholfen hat, voranzugehen.

Ein Dank an alle dafür, dass sie auf die Geschwisterlichkeit gesetzt haben, denn heute ist die Geschwisterlichkeit der neue Horizont der Menschheit.

Entweder sind wir Geschwister oder wir zerstören uns gegenseitig. Jetzt ist nicht die Zeit für Gleichgültigkeit. Wir können uns nicht heraushalten, mit Distanz, mit Gleichgültigkeit, mit Desinteresse. Entweder sind wir Geschwister – erlauben Sie mir, das zu sagen – oder alles wird zusammenbrechen. Das ist der Horizont. Der Horizont, auf den wir bauen müssen. Das ist die Herausforderung unseres Jahrhunderts, es ist die Herausforderung unserer heutigen Zeit.

Geschwisterlichkeit bedeutet die Hand auszustrecken. Geschwisterlichkeit bedeutet Respekt. Geschwisterlichkeit bedeutet, mit einem offenen Herzen zuzuhören.

Geschwisterlichkeit bedeutet Entschiedenheit in den eigenen Überzeugungen. Denn es gibt keine wahre Geschwisterlichkeit, wenn die eigenen Überzeugungen verhandelbar sind. Wir sind Geschwister, geboren aus demselben Vater. Mit unterschiedlichen Kulturen und Traditionen, dennoch alle Geschwister. Und diese Geschwisterlichkeit muss man unter Achtung unserer unterschiedlichen Kulturen und Traditionen, unserer verschiedenen Staatsbürgerschaften aufbauen. Nicht indem man über sie verhandelt. Jetzt ist die Zeit des Hörens. Es ist die Zeit aufrichtigen Annehmens.

Es ist die Zeit der sicheren Überzeugung, dass eine Welt ohne diese Geschwister eine Welt von Feinden ist. Ich möchte das betonen. Wir können nicht sagen: entweder Geschwister oder keine Geschwister. Sagen wir es richtig: entweder Geschwister oder Feinde. Denn die Gleichgültigkeit ist eine sehr subtile Form der Feindschaft. Es ist kein Krieg notwendig, um sich Feinde zu machen. Es reicht die Gleichgültigkeit. Es muss Schluss ein mit dieser Technik – sie hat sich in eine Technik verwandelt –, es muss Schluss sein mit dieser Haltung des Wegschauens, wo man sich um den anderen nicht kümmert, als würde er nicht existieren. Lieber Bruder, Großimam, danke für Ihre Hilfe.

Danke für Ihr Zeugnis. Danke für diesen Weg, den wir gemeinsam gegangen sind.

 


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